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05.10.2018 | Stefanie Starke | Passau

„Zumindest eine Prüfung ist es wert“

MdL Waschler und OB Dupper informieren sich über ein Hochwasserschutz-Modell für die Stadt Passau

Wie lässt sich ein Hochwasserschutz für die Stadt Passau technisch umsetzen, ohne zu sehr in die Umwelt einzugreifen?


Und wie lässt sich ein größtmöglicher Mehrwert für die Stadt erzielen? Dieser Fragestellung gehen die politischen Mandatsträger bereits seit dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 2013 nach – nicht zuletzt seit klar ist, dass der Freistaat Bayern diesen wichtigen Schutz mit 75 Prozent der Kosten finanziert. „An sechs Stellen plant uns der Freistaat den Hochwasserschutz. Es gibt bereits technisch und baulich umsetzbare Lösungen, die jedoch noch einige Fragen offenlassen“, so Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper in einem Gespräch mit der österreichischen Firma Gerstl, die sich auf eine neuartige Lösung in Sachen Hochwasserschutz spezialisiert hat. Das Unternehmen war auf Einladung des Abgeordneten Prof. Dr. Gerhard Waschler in die Stadt gekommen, um entsprechende Pläne vorzustellen. „Ich selbst durfte mir bereits vor einigen Wochen ein Bild von dem Lösungsvorschlag der Firma Gerstl machen – und ich denke, der Vorschlag ist faktisch ein im Bedarfsfall hochklappbarer Geh- und Radweg, der schon aus optischen Gründen zumindest eine genaue Prüfung wert ist“, so Waschler, der daher neben dem Oberbürgermeister auch Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes an einen Tisch geholt hatte.
„Letztlich basiert unser System auf einer Betonplatte, die mittels eines elektrischen Antriebs per Knopfdruck aufgestellt wird, um vor dem Hochwasser zu schützen“, erklärt Gerold Wimmer von der Firma Gerstl Bau in Österreich das grundlegende System. Es ginge darum, Wasser zu kanalisieren, Gewässer zu be-gleiten und letztlich auch zurückzuhalten – „der Grundschutz ist natürlich Thema der Sonderfachleute.“ Die einzelnen Betonelemente hätten eine Breite von zwei Metern und seien dabei 1,5 Meter hoch. Zwischen den Einzelelementen würden zudem Sicherheitsstreben mit Dichtungskomponenten eingefügt. „Wesentlich ist, dass keine Zwischentransporte notwendig sind und alle Komponenten vor Ort so-fort einsatzfähig sind“, so Gerold Wimmer weiter.
Ob die Konstruktion in Passau tatsächlich Anwendung finde werde, müsse jedoch genauestens geprüft werden – „eine technische Machbarkeit und auch bauliche Umsetzung machen nicht an allen Stellen Sinn. Dies muss erst genau geprüft werden, zumal in einigen Fällen die derzeitige Höhe der Bauelemente nicht ausrei-chen wird“, so der Oberbürgermeister. „Man darf keine Möglichkeit zu früh ausschließen. Voraussetzung ist ohnedies die Zulassung des neuen Systems. Es gilt die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst zu nehmen und schließlich einen sowohl technisch sinnvollen als auch baulich realisierbaren Hochwasserschutz zu finden“, so MdL Waschler abschließend. Die technische Zertifizierung sei ohnehin unabdingbare Voraussetzung.

Foto (Stefanie Starke): (v.l.) CSU-Ortsvorsitzender Passau-Hals Günter Waldherr, Robert Kargl (Firma Gerstl), Elmar Edlinger, Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper, MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, Sabine Böhmer (Unternehmensgruppe Böhmer),  CSU-Fraktionsvorsitzender Armin Dickl, Bmstr. Dipl.-Ing. Markus Feh-ringer, MBA (Firma Gerstl) und Gerold Wimmer (Firma Gerstl).