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29.04.2020 | Stefanie Starke | Passau.

„Auch Online-Unterricht ist Teil der Ausbildung“

CSU-Abgeordnete tauschen sich mit Berufsschulverband Passau zur derzeitigen Unterrichtssituation aus

„Wir haben mit dem Präsenzunterricht einen guten Start hingelegt. Die Schüler machen super mit: Sie tragen die Masken, desinfizieren sich die Hände und halten wunderbar Abstand“, kann Eduard Weidenbeck, Schulleiter der Berufsschule Passau gleich eingangs bestätigen.

Foto (Stefanie Starke): (v.l.) Ralf Heinzl (Mitarbeiter der Schulleitung), Schulleiter Eduard Weidenbeck, Berufsschulverbandsvorsitzender und MdL Walter Taubeneder und MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler.
Im Austausch mit den Abgeordneten Walter Taubeneder, auch in seiner Funktion als Berufsschulverbandsvorsitzender, und Prof. Dr. Gerhard Waschler, bildungspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, will der Schulleiter Einblick in den derzeitigen Unterrichtsmodus an der Berufsschule wiedergeben.
„Wir haben ganz speziell das Problem, dass die Schüler die Ernsthaftigkeit der Situation mit dem Lernen zu Hause noch nicht erkannt haben“, so Weidenbeck. Seit der Schließung der Schulen Ende März habe man die Schüler entsprechend mit Material versorgt. „Die Zugriffszahlen lassen allerdings zu wünschen übrig, beziehungsweise gestalten sich sehr unterschiedlich: Bei den ITlern sehr hoch, in anderen Bereichen haben die Schüler das Online-Angebot praktisch kaum angenommen“, so auch Berufsschullehrer Ralf Heinzl. Das liege durchaus an der entsprechend technischen Ausstattung der Schüler. Oft seien schlicht die digitalen Endgeräte nicht vorhaben, anderswo fehle es an Bandbreite oder auch der finanziellen Ausstattung, um das entsprechende Datenvolumen zur Verfügung zu stellen. „Als einzige Möglichkeit sehen wir hier, dass die entsprechenden Ausbildungsbetriebe den Schülern Onlinezeiten zur Verfügung stellen“, so Heinzl weiter.
In der Schule werde man jetzt kurz vor Abschluss die Inhalte der letzten Wochen nicht nacharbeiten können. „Jetzt in den Präsenzwochen kommt das alles auf und wir merken deutlich, dass die Schüler den Nachholbedarf nicht mehr kompensieren können“, betont auch Weidenbeck mit Nachdruck. Das treffe die Schüler teilweise wie ein Blitz – denn schon in den nächsten Wochen beginnen die ersten Abschlussprüfungen. „Die Lehrer arbeiten auf Hochtouren an den Prüfungsvorbereitungen, aber es fehlt natürlich an entsprechendem Unterrichtsvolumen, auch weil einige Lehrer aufgrund des Risikofaktors ausbleiben.
Seitens des Berufsschulverbands wünsche man sich mehr Unterstützung seitens der Betriebe. „Auch der Online-Unterricht ist wesentlicher Teil der Ausbildung und alles was jetzt an Inhalten nicht aufgenommen wird, fällt schlichtweg weg und kann nicht nachgeholt werden. Deswegen sollten die Betriebe, auch wenn kein Präsenzunterricht stattfindet, den Schüler Freiräume für den Online-Unterricht einräumen.“

Seit dieser Woche finden sich knapp über zehn Prozent der Schüler wieder in den Räumlichkeiten der Berufsschule – mit der Einhaltung der nötigen Maßnahmen und ausschließlich bis mittags. „Wir gehen davon aus, dass wir noch leicht aufstocken werden, aber sicherlich in diesem Schuljahr kein normaler Unterricht mehr stattfindet. Denn je mehr Schüler kommen, desto schwieriger wird es, Abstandsregelungen einzuhalten“, so Weidenbeck abschließend.