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09.03.2020 | Stefanie Starke | Passau.

Passauer Tast-Stadtmodell für blinde und sehbehinderte Menschen

MdL Waschler setzt sich für Fördermöglichkeiten ein

Konstantin Rehm aus Pocking ist seit nunmehr 50 Jahren Mitglied beim Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V., der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Auch deswegen hat sich Rehm sozusagen einer „Jubiläums-Herausforderung“ angenommen: „Ich möchte mich einer neuen besonderen Herausforderung stellen und ein Tast-Stadtmodell aus Bronze der Altstadt Passau, samt bischöflichen Residenz, Stephansdom und dem Dreiflüsseeck Passau erstellen lassen – selbstverständlich mit den erforderlichen Informationen in Blindenschrift, untermalt mit Audiofunktion.“

Foto (Stefanie Starke): Konstantin Rehm (Mitte) setzt sich für ein Tast-Stadtmodell der Stadt Passau ein und wird dabei von MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler (l.) unterstützt – mit Christa Winter, Behindertenbeauftragte der Stadt Pocking.
Rehm geht es dabei unter anderem um eine barrierefreie Kulturvermittlung für blinde und sehbehinderte Menschen – „sie bekommen so Zugang zur Struktur der Stadt und auch die Orientierung fällt leichter.“ Aufgrund der Dreidimensionalität eines solchen Tast-Modells könne Passau aus ungewöhnlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Architektur und Stadtgeschichte würden so auch für sehbehinderte Menschen unmittelbar erfahrbar, wendet sich der Pockinger mit seinem Konzeptentwurf an MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler.
Im Sinne einer Förderung des barrierefreien Tourismus war MdL Waschler schnell angetan von dieser Idee und hat sich mit der Bitte um Unterstützung an das Bayerische Sozialministerium gewandt. „Tastmodell aus Bronze gibt es ja bayernweit in einigen Städten zu finden und diese erfreuen sich großer Beliebtheit und Akzeptanz – warum sollte es ein solches Tastmodell nicht auch in Passau geben?“, ist Waschler angetan von der Idee.
Zwischenzeitlich ist bereits Rückmeldung des Bayerischen Sozialministeriums eingegangen, das derzeit keine Fördermöglichkeiten sieht, jedoch auf den Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. verweist, über den ein entsprechender Antrag bei der Bayerischen Landesstiftung eingereicht werden könne. „Grundsätzlich bestehen hier Fördermöglichkeiten bis zu 14 Prozent der Gesamtkosten“, kann MdL Waschler auch nach Rückmeldung der Bayerischen Sozialministerin Caroline Trautner berichten, die in einem Schreiben an den Stimmkreisabgeordneten auch ihre Unterstützung hinsichtlich eines Empfehlungsschreibens zu Gunsten eines solchen Projekts in Aussicht stellte. Waschler sicherte zudem seine weitere Hilfe bei der Suche nach Unterstützern zu: „Am Geld darf diese hervorragende Idee nicht scheitern.“ Rehm freut sich außerdem darüber, dass sein Anliegen auch vom Landesvorstand und Landesgeschäftsführung des BBSB unterstützt wird.
Übrigens: Auch der niederbayerische Europaabgeordnete und EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber unterstützt die Überlegungen eines Tastmodells in Passau. Wir prüfen aktuell die Fördermöglichkeiten über das EU-Förderprogramm "Kreative Kunst", so Weber gegenüber MdL Waschler. Parallel wendet sich Manfred Weber an die EUREGIO Bayerischer Wald, ob im Zuge einer möglichen Zweisprachigkeit des Tastmodells auch eine Interreg-Förderung möglich wäre.