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18.07.2019 | Stefanie Starke | Passau

Wenn Kunst auf Naturwissenschaft trifft

MdL Waschler freut sich über Erfolg aus Digitalisierungsgespräch

„Ich habe nicht einmal ein Handy und kann mit der ganzen Technik überhaupt nichts anfangen“, lacht Friedl Schalinski und freut sich über den Besuch von Prof. Dr. Gerhard Waschler, um diesem Einblick in die neue Ausstellung „Ars digitalica“ zu gewähren.

Foto (Stefanie Starke): (v.l.) MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, Künstler Friedl Schalinski, Prof. Dr. Tomas Sauer und Dörte Rüweler.
„Immerhin haben Sie maßgeblich Anteil daran, dass es überhaupt zu diesem einmaligen Projekt gekommen ist“, so der Passauer Künstler gegenüber dem Abgeordneten.

Im Rahmen der von den CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler initiierten Digitalisierungsgesprächen ist der Künstler Friedl Schalinski auf Prof. Dr. Tomas Sauer vom Lehrstuhl für Mathematik mit Schwerpunkt Digitale Bildverarbeitung an der Universität Passau gestoßen. „Anfangs war ich ziemlich skeptisch, als mich der Professor zu einem Gespräch eingeladen hatte, um mir die Möglichkeiten im Rahmen des 3D-Drucks zu zeigen“, erzählt Schalinski von den Anfängen – „Ich kann doch mit der modernen Technik überhaupt nichts anfangen, lehne diese sogar eher ab.“ Nach einigen weiteren Treffen war schnell und unkompliziert klar, dass man ein gemeinsames Projekt starten wolle, welches nun in der Ausstellung „Ars digitalica“ mündete. „Die Digitalisierung verwischt die Grenzen zwi-schen realer und virtueller Welt immer mehr – dies zeigen wir ganz deutlich mit diesem Projekt. Ein Stück, das der Künstler von Hand geschaffen hat, wird digitalisiert, virtuell bearbeitet, teilweise auch umgestaltet und dann mittels 3D-Druck wieder realisiert“, erklärt Prof. Dr. To-mas Sauer. Aufgrund eines entsprechenden Algorithmus entstehe mit jedem Druck ein neues Unikat – „kein Stück gleicht dem anderen. Hier arbeitet traditionelle analoge Handarbeit Hand in Hand mit neuen Technologien – Kunst trifft auf Naturwissenschaft.“ Schalinski selbst ist beeindruckt von der Neugierde und dem Interesse der zahlreichen Passanten und Besucher, die vor dem Schaufenster seiner kleinen Galerie in der Passauer Altstadt stehenbleiben und mit großen Augen den 3D-Drucker beobachten. Aufgrund des großen Erfolgs und Andrangs wird die Ausstellung sogar noch verlängert. „Ganz spontan lassen wir den Drucker noch eine Woche länger, also bis zum 02. August 2019 laufen“, freut sich Schalinski.
„Wir starten jeden Morgen einen neuen Druckauftrag und haben etwa 12 bis 13 Stunden später ein neues Produkt in der Hand“, erklärt auch Dörte Rüweler, die seitens der Uni Passau das Gemeinschaftsprojekt betreut. Als erstes Objekt wurde der Kopf von Bischof Hoffmann digitalisiert, den die bereits verstorbene Frau von Herrn Schalinski in den 80er Jahren ge-schaffen hatte – „diese ersten Druckversuche ergaben eine ganze Collage von Bischofköpfen – eben Kunst.“ Friedl Schalinski sind in der Verarbeitung der gedruckten Objekte keine Grenzen gesetzt: Patinieren, vergolden, bemalen – ich sitze wiederum viele Stunden über dem Druckobjekt und mache ein kleines Kunstwerk daraus.“
Diese sind derzeit in der König-Schalinski-Galerie in der Passauer Altstadt zu bestaunen. „Es ist beeindruckend, in welchen Bereichen sich die Digitalisierung überall entfaltet. Und es freut mich sehr, dass unsere Digitalisierungsgespräche solche Früchte tragen – das sehen wir auch als unsere Aufgabe, als Politiker Menschen und Ideen zusammenzubringen und somit neue Initiativen wachsen und entstehen zu lassen“, so Waschler abschließend.