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16.07.2019 | Stefanie Starke | Passau/Ungarn

Brief an ungarischen Ministerpräsidenten:

MdL Waschler von Zurückstellung UNESCO-Welterbe „Donauli-mes“ enttäuscht

„Mit großer Enttäuschung musste ich erfahren, dass das UNESCO-Welterbekomitee auf seiner Jahrestagung in Baku auf Grundlage eines Änderungsantrags durch Ungarn beschließen musste, den länderübergreifenden Donaulimes-Antrag zurückzustellen“, schreibt MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler in einem Brief an den ungarischen Minis-terpräsidenten Viktor Mihály Orbán.

Durch einen gemeinsamen Antrag mit Ungarn, Österreich und der Slowakei sollte die Welterbeliste mit den „Grenzen des römischen Reichs – Donaulimes“ um ein eigenständiges Welt-erbe für den „Nassen Limes“ erweitert werden. Dieser erstreckt sich in Bayern von Bad Gögging im Landkreis Kelheim über Regensburg und Straubing bis nach Passau und führt dann weiter über Österreich und die Slowakei bis nach Ungarn.

„Für mich ist […] völlig unverständlich und eine große Enttäuschung, wie es zur kurzfristigen Meinungsänderung ausgerechnet in Ungarn kommen konnte, wohin uns seit Jahrzehnten in verschiedensten Bereichen eine außerordentlich gute Freundschaft intensiv verbindet“, schreibt MdL Waschler weiter an Ministerpräsident Orban.

Grund für die Aufschiebung sei nämlich ausgerechnet ein kurzfristiger Änderungsantrag aus Ungarn, einen Teil des antiken Aquincum in Budapest aus der Welterbenominierung herauszunehmen. „Ungarn hatte den Antrag federführend für alle Beteiligten eingereicht. Eine kurzfristige Änderung ist allerdings formal nicht möglich, sodass der Internationale Rat für Denk-malpflege (ICOMOS) zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die zuvor erfolgte sehr positive Evaluierung des im Februar 2018 eingereichten Antrags nicht aufrechterhalten werden könne. Auf dieser Grundlage hat das Welterbekomitee nun entschieden, den Antrag zunächst zurückzustellen“, erklärt der CSU-Abgeordnete nochmals den Modus.
Seit mehr als 15 Jahren kämpft MdL Waschler über die Landesgrenzen hinweg, unter anderem zusammen mit Oberösterreichs früherem Landtagspräsidenten Friedrich Bernhofer, für die Anerkennung des „Donaulimes“ in das UNESCO-Welterbe.

„Der aktuelle Antrag war wohl überlegt und entsprechend gründlich ausgearbeitet. Gerade als Abgeordneter aus Passau, wo sich beste und engste historische Bezüge zwischen Bayern und Ungarn vor Ort treffen, registriere ich bei der Bevölkerung sowie besonders auch bei den bayerisch-ungarischen Freundeskreis-Mitgliedern (Passau-Veszprem) durchgehend großes Unverständnis für die ungarische Haltung und eine tiefe Enttäuschung.“

In seinem Brief bittet der Abgeordnete den ungarischen Ministerpräsidenten bei einer erneuten Prüfung nichts dem Zufall zu überlassen und die gesamte Angelegenheit zur Chefsache zu machen – „damit ohne jede Verzögerung eine aktualisierte Antragstellung zum nächstmöglichen Zeitpunkt vorgelegt werden kann.“ Immerhin bestehe noch die Chance, in absehbarer Zeit doch noch erfolgreich zu sein.