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14.06.2019 | Christoph Weishäupl | Passau

Faszination Dackel im Herzen der Altstadt

MdL Waschler besucht Passauer Dackelmuseum

Eine besondere Kuriosität und gleichzeitig Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt stellt seit gut einem Jahr das Dackelmuseum in der Großen Messergasse in der Stadt Passau dar – mitten in der Altstadt im Schatten des Doms.

Foto (Weishäupl): Museumsbetreiber Oliver Storz (l.) und Seppi Küblbeck (r.) führen MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler durch das Dackelmuseum in Passau.
Allein die weltweit erste Ausstel-lung dieser Art hat binnen kürzester Zeit eine enorme mediale Resonanz erreicht – „Wir durften bereits Besucher aus 131 Staaten sowie fast allen US-Bundesstaaten bei uns willkommen heißen“, so Museumsbetreiber Oliver Storz bei einem Besuch des Passauer Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Gerhard Waschler. Dieser informierte sich im Rahmen einer kurzen Füh-rung durch das Museum über die unkonventionelle Attraktion in der Passauer Altstadt und tauschte sich mit den beiden Inhabern über die „globale Faszination Dackel“ aus.

Über 25 Jahre hinweg trugen die beiden Passauer Floristenmeister Seppi Küblbeck und Oliver Storz die aktuell rund 6.000 Exponate zusammen, welche den Besuchern heute in verschiedenen Schauvitrinen liebevoll aufbereitet und mit viel Gefühl für den Dackel präsentiert werden. „Wir zeigen hier die unterschiedlichen Typen und Züchtungen des Dackels, aber gehen dabei auch auf die charakterlichen Eigenschaften ein und bereiten natürlich auch die Kulturgeschichte und die Rezeption des für Bayern so typischen Hundes in vielfältiger Weise auf“, so Seppi Küblbeck. Insbesondere seit der Barockzeit wurden die Hunde nicht mehr lediglich zur Jagd, zum Schutz und zur Verteidigung des Menschen eingesetzt, sondern fungier-ten auch als Statussymbole und Ausdruck eines kulturellen Selbstverständnisses. „Der Da-ckel an sich hat schon immer eine starke Faszination auf den europäischen Adel ausgestrahlt und hat sich so eigentlich zur Muse und Designvorlage vielfältiger Kunstformen entwickelt“, ergänzt Oliver Storz. Der Dackel sei auf allen Kontinenten vertreten und besitze eine vereinende Kraft, da er über alle sozialen Schichten und Altersgruppen sowie alle Regionen und Religionen hinweg eine Faszination auf den Menschen auswirke, so die Betreiber weiter.
Das Passauer Dackelmuseum „Kleine Residenz“ präsentiert verschiedene themenbezogene Ausstellungen rund um den Dackel. Dabei wird deutlich, dass der als familien- und kinderfreundlich geltende Hund, der als liebevoll und treu, aber auch als stur und schlitzohrig charakterisiert wird, als tierisches Pendent des alteingesessen Bayern angesehen werden kann. „Sicher auch aufgrund dieser besonderen Beziehung zum Land und seinen Menschen, ist der Dackel Maskottchen der Olympischen Spiele 1972 in München gewesen. Außerdem ist er in zahlreichen Heimatliedern, in Musik und Kunst, in Film und Literatur vertreten“, so Storz wei-ter.
Neben zahllosen Spielzeugen und Stofftieren stellt der gerade in den 60er- und 70er-Jahren höchst populäre Wackel-Dackel den „Klassiker“ unter den Dackelfiguren dar. Auch in Kinder- und Lehrbüchern ist der Dackel seit Erscheinung der „Waldi-Geschichten“ im Jahre 1895 präsent. MdL Prof. Dr. Waschler zeigte sich begeistert vom Facettenreichtum der Interpretatio-nen und Darstellungen des Dackels in der Passauer Ausstellung und unterstrich die klischeehafte Verbindung mit der bayerischen Eigenart: „Eine gewissen Ähnlichkeit ist sicher unbestritten“, schmunzelt der Abgeordnete.
Besonders beeindruckt zeigte sich MdL Waschler von der persönlichen Leistung der Initiatoren des Museums, welche sich nicht nur für die planerischen Elemente und die Ausstattung der Sammlung selbst verantwortlich zeigen, sondern zudem auch die mediale Aufbereitung, die Betreuung der Online-Angebote sowie den Betrieb des örtlichen Shops selbst übernehmen. Getragen von rund 5 Millionen Aufrufen im digitalen Bereich sowie Berichterstattungen in zahlreichen nationalen und internationalen Tageszeitungen – bis hin zur New York Times – entwickelte sich das Dackelmuseum bereits zu einer namhaften Größe und einem Botschaf-ter für die Bekanntheit und die touristische Anziehungskraft der Stadt Passau. Die Ausstellung zählt zu den „100 außergewöhnlichsten Museen der Welt“ und ist in diversen Reiseführern und Magazinen vertreten.
Wie Küblbeck und Storz gegenüber MdL Prof. Dr. Waschler erläuterten, stehe neben der Sammlung weiterer Ausstellungsstücke rund um den Dackel sowie Fragen der Archivierung und Katalogisierung des Bestandes an Exponaten im nächsten Jahr auch die Realisierung eines Buchprojektes an. Zu diesen weiteren Plänen wünschte der Abgeordnete besten Erfolg und sicherte seine Unterstützung auf der Suche nach Fördermitteln zu.